June 3, 2016

Open Caravan

Die Balkangebiete sind seit jeher eine Region von Bewegungen. Vor allem die Medien schenkten der Region in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit und etliche Menschen haben die sogenannte „Balkanroute“  als Weg nach Nord- und Westeuropa genutzt. Nach dem Sommer der Migration und der offiziellen Schließung der „Balkanroute“, sind immer noch Menschen unterwegs und stoßen immer wieder auf Repression, Gewalt und hoch gerüstete, militarisierte Grenzen. In vielen Ländern auf der Route gibt es politisch „rechts orientierte“ und faschistische Organisationen, Gruppen als auch Parteien, die gesellschaftlichen Zuspruch erreichten indem sie die Migrationsbewegung instrumentalisierten, um für ihre Überzeugung zu werben und dadurch rassistische Stereotypen und nationalsozialistische Ideologien zu fördern. In diesem Zusammenhang ringen viele linke Bewegungen in ganz Europa mit dem Dilemma, dass sie auf der einen Seite mit der Aufgabe konfrontiert sind, sich selbst zu beschützen und zu verteidigen und auf der anderen eine starke Stimme und Botschaft zu entwickeln.

Alles veraendern!

Dadurch, dass viele verschiedene Menschen auf dem NoBorder Camp in Thessaloniki zusammentreffen werden, hat sich ein loses Netzwerk aus verschiedenen Gruppierungen dazu entschieden diverse politische Aktionen auf dem Weg zum Camp zu organisieren und so eine Versammlung von diesen Aktivisten/innen in einer „Open Caravan“ zu schaffen.

Ab dem 23.Juni bis zum Start des No Border Camps werden Aktionen in Ljubljana, an der slovenisch-kroatischen Grenze, in Zagreb, Belgrad, Bulgarien, Skopje und anderen Orten, die auf der Route liegen stattfinden. In der Ueberzeugung, dass Selbstorganisation eine unserer staerksten Waffen ist wird die Karawane nicht von einer externen Gruppe organisiert oder begleitet, sondern wird aus genau denen bestehen, die an den Aktionen teilnehmen und selbst entscheiden wie und wohin sie sich weiter bewegen. Jede*r der*die am Kampf für offene Grenzen und selbstorganisierten Räumen teilhaben will, ist eingeladen an jedem Ort und jedem Zeitpunkt hinzuzukommen.

Wir glauben, dass durch die Öffnung eines einvernehmlichen politischen Raumes, die Bewegung der Menschen die gen Süden reisen selbst in ein starkes Statement für offene Grenzen umgewandelt werden kann. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es nur Menschen mit Papieren und gewissen Pässen sein werden, die einen Teil der Bewegung gestalten werden. Wir glauben aber dass Menschen ihre Privilegien nutzen können um für einen besseren Ort und offene Grenzen für alle zu kämpfen.

Leider können die Gruppen, welche die Aktionen organisieren keinerlei Unterkünfte oder Transporte in jegliche Städte oder von einem Ort zum anderen organisieren. Wählt die Art der Unterkunft und des Transports in jeglicher Stadt, mit denen ihr euch am meisten wohl fühlt –  sei es in einem Auto und Hostel oder einem Fahrrad und Zelt, einem Zug und Couchsurfing, Bus und Airbnb oder auf einem Pony und nur den Sternen über eurem Kopf.

Wenn ihr andere Aktionen organisiert, die vielleicht oder vielleicht auch nicht auf der Route liegen, oder ihr irgendwelche Fragen habt in Bezug auf bestimmte Aktionen, fühlt euch frei eine E-mail zu schreiben an opencaravan@riseup.net. Bitte achtet darauf, die Stadt/Region in dem Betreff eurer E-mail zu erwähnen.

Wir sehen uns irgendwo!

The Open Caravan Network